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Schlussbericht - Notfallübung Atel Netz AG

Ein nicht ganz alltäglicher Wochenanfang...

Am Montag, 28. April 2003 war es soweit: Die Mitarbeiter der Atel Netz AG hatten eine "Feuertaufe" zu bestehen.

Pünktlich um 7 Uhr morgens tritt Anton Schluep seine neue Stelle als Praktikant im Werk Niedergösgen an. Urs Schenker, Chefmonteur der Atel Netz AG, stellt ihn den Mitarbeitern vor. Toni Schluep ist gelernter Freileitungsmonteur und die Besteigung der 38 Meter hohen Hochspannungsmasten sollten ihm keine grösseren Probleme bereiten. Es werden noch ein paar Worte gewechselt, anschliessend geht es an die Arbeit.

Beim Aufstieg auf den Masten schlägt sich der Praktikant unglücklich die linke Flanke am Steigmast an. Er verspürt sogleich starke Schmerzen. Obwohl ihm dieser Lapsus am ersten Arbeitstag etwas peinlich ist, meldet er den Vorfall seinem Kollegen. Dieser bittet ihn, sich sofort zu melden und abzusteigen wenn er sich nicht gut fühlen sollte. Die beiden einigen sich, dass Toni auf dem Masten zuwartet, bis die Schmerzen etwas abgenommen haben.

Aufgrund eines zunehmenden Schwindels entscheidet sich Toni um 8.00 Uhr, den Abstieg in Angriff zu nehmen und hofft, dass er am Boden die Schmerzen und den Schwindel wieder in den Griff bekommt. Beim Abstieg wird es ihm schwarz vor den Augen. Er wird um 8.04 Uhr bewusstlos, schlägt sich den rechten Arm am Masten auf und zieht sich einen offenen Vorderarmbruch zu.

Der "Unfall" wird von den Arbeitskollegen sofort bemerkt. Ein Betriebssanitäter der Bodenequipe klettert unverzüglich zum Verunfallten und sichert ihn. Anschliessend lässt er ihn vorsichtig am Masten herunter. Um 8.07 Uhr ist der "Patient" bereits am Boden. Er wird von den Betriebssanitätern korrekt gelagert. Die grosse Sani–Büchse der SUVA kommt zum Einsatz. Der Arm wird verbunden und der "Patient" wird lückenlos betreut und überwacht.

Die Alarmierung auf die Notrufnummer 144 erfolgt unverzüglich mit folgender Meldung: "Mann an der Werkstrasse in Niedergösgen von Starkstrommast abgestürzt, anfänglich ansprechbar, jetzt bewusstlos. Er wurde vom Strommasten abgeseilt und wird jetzt betreut." Die Natelnummer des Melders wird für eventuelle Rückfragen vom Disponenten der Alarmzentrale aufgenommen. Unverzüglich wird der zuständige Rettungsdienst alarmiert, welcher um 8.26 Uhr am Einsatzort eintrifft. Der "Unfallort" wird dank der perfekten Notrufmeldung des Betriebssanitäters und der vorbildlichen Einweisung des Personals der Atel Netz AG problemlos gefunden.

Der Betriebssanitäter informiert die Rettungssanitäterin kurz und komplett. Gemeinsam wird der "Patient" transportfähig gemacht. Das heisst, er erhält eine Infusion, Schmerzmittel und einen Halskragen, da eine Rückenverletzung nicht ausgeschlossen werden kann. Anschliessend wird der "Patient" gemeinsam nach Anweisung der Rettungssanitäterin auf der Schaufeltrage und dann auf der Vakuum-Matratze gelagert. Für die Rettungsdienst–Equipe ist es eine grosse Hilfe, dass Personen den Patienten erstversorgten und betreuten, welche während ihrer Ausbildung als Betriebssanitäter auf solche Notfälle vorbereitet wurden. Dank dieser Ausbildung erfolgte die Erstversorgung und die Patientenübergabe professionell, beinahe so, als würden die Helfer täglich zusammen arbeiten.

Die Roll-in-Trage hat zwar auf dem Naturweg Mühe zu rollen, doch dank den hilfsbereiten starken Männern ist es kein Problem, den "Patienten" in den Rettungswagen zu laden.

An diesem Punkt beendet die Einsatzleiterin die erfolgreiche Notfallübung. Es folgt eine erste Nachbesprechung mit sämtlichen Teilnehmenden. Der "Patient", Toni Schluep, bedankt sich bei seinen neuen Arbeitskollegen für die tadellose Versorgung und versucht sich von der fest haftenden "Armbruch–Moulage" zu befreien.



Diese Reality-Übung entstand aus der Zusammenarbeit zwischen Martin Weibel, Leiter Leitungen Nord der Atel Net  AG und Heidi Vock, Geschäftsführerin der Firma notfallTraining schweiz*. Atel Netz AG wollte damit testen, ob die Betriebssanitäter-Ausbildung der Mitarbeiter ausreicht, um im Notfall adäquat handeln zu können. Die Firma notfallTraining schweiz - mit ihrer grossen Erfahrung im Rettungsdienst - unterbreitete der Atel Netz AG verschiedene Notfallszenarien, wie sie im Leitungsbau vorkommen könnten.

Die Erfahrung hat bestätigt, dass es möglich ist, sehr realitätsnahe Notfallübungen durchzuführen. Die Atel Netz AG hat somit die Gewissheit, dass sie mit ihrem Ausbildungskonzept auf dem richtigen Weg ist.

Die Übungsleiterin (Heidi Vock, notfallTraining schweiz) dankt an dieser Stelle allen Beteiligten für den tadellosen Einsatz und für die angenehme Zusammenarbeit:
  • Martin Weibel, Verantwortlicher Atel Netz AG
  • Urs Schenker, Chefmonteur Atel Netz AG
  • Toni Schluep, "Patient", notfallTraining schweiz
  • Mitarbeiter der Atel Netz AG
  • Joachim Höll, Disponent Alarmzentrale Solothurn
  • Sabine Wüthrich (Moulage), notfallTraining schweiz
  • Mitarbeitende, notfallTraining schweiz

Heidi Vock, Übungsleiterin


Die Firma notfallTraining schweiz setzt ausschliesslich Fachpersonal als Referenten und als Figuranten ein. So erfolgt der Unterricht aus der Praxis - für die Praxis. Unser Kursangebot finden Sie auf unserer Web-Site: www.notfalltraining.ch. Ihre individuellen Wünsche berücksichtigen wir gerne bei der Zusammenstellung Ihres Kurses bzw. Ihrer Notfallübung. Es ist uns ein Anliegen, die Notfälle möglichst nahe an der Realität dort zu trainieren, wo sie passieren.


3 Fragen an Martin Weibel, Leiter Leitungen Nord der ATEL Netz AG

Welche Ziele haben Sie mit dieser Übung verfolgt?

• 
Wir wollten eine Erfolgskontrolle der letzjährigen Ausbildung machen.

Welche Erkenntnisse haben Sie daraus gezogen?

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Die Uebung zeigte uns, dass wir mit der Arbeitssicherheisausbildung auf dem richtigen Weg sind.

Warum haben Sie als Organisator der Übung notfallTraining schweiz gewählt? Wie war die Zusammenarbeit mit notfallTraining schweiz?

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Die Firma bot eine professionelle A–Z–Lösung nach unseren Bedürfnissen an. Die Zusammenarbeit war sehr angenehm und der Zeitaufwand war für uns gering.

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Aktualisiert am 23.5.2005
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